EUROPEADA in South Tyrol 2016

SüdtirolerinnenKatrin Plankl (Kapitänin der Auswahl „Südtirol“/captain of the South Tyrol football team), Anna Katharina Peer (Spielerin der Auswahl „Südtirol“/player in the South Tyrol football team)

Für uns ist das ein wirklich tolles Gefühl bei der EUROPEADA mit dabei zu sein. Erstens, weil die Fußballmeisterschaft hier bei uns in Südtirol stattfindet und zweites ist es ein ganz tolles Event – sowohl sportlicher als auch in kultureller Hinsicht. Man lernt andere Minderheiten kennen, man kommt mit dem Thema in Kontakt und schließt Freundschaften, das ist toll. Wir wussten gar nicht, wie viele Minderheiten es in Europa gibt.

Als Angehörige einer Minderheit haben wir den Vorteil der Mehrsprachigkeit: Wir sprechen Deutsch, Italienisch, aber auch Englisch. Die Akzeptanz anderer Kulturen ist bei uns größer. Was unsere Geschichte betrifft, haben wir gelernt uns durchzusetzen.

Auf dem Spielfeld sprechen wir natürlich Deutsch miteinander. Es handelt sich nicht um Hochdeutsch, sondern um unseren Südtiroler Dialekt. Zum Teil kommen unsere Spielerinnen aus Teams, in denen auch Italienerinnen spielen oder die Trainerin (bzw. der Trainer) Italienerin ist. Aus diesem Grund fallen teilweise auch italienische Wörter auf dem Spielfeld – je nachdem, welches Wort als erstes in den Sinn kommt. Wir sprechen aber auch unterschiedliche Südtiroler Dialekte, was teilweise schwierig ist. Doch das ist ganz interessant, weil man da wieder etwas dazulernt, und das ist schön!

 

For us it feels great to be part of the EUROPEADA. First because this football championship is in our region, South Tyrol, and second because it’s a beautiful event that covers sports as well as culture. You get to know new minorities, learn about their issues and meet new friends, which is really nice. We didn’t even know that there were so many minorities in Europe.

As members of a minority we have the benefit of multilingualism: we speak German, Italian and English. Different cultures get accepted more easily here. Through our history we have learned to persevere.

On the football field we of course speak German with each other. Not High German, but our own South Tyrol dialect. Some of our players come from teams with Italian members or Italian trainers, so it’s not unusual for us to also use some words from that language on the field –  it depends on which word comes to mind first. We also speak different South Tyrolean dialects, which can be difficult at times. But that’s what makes it interesting, because you learn new things!

EUROPEADA in South Tyrol 2016

Nina-kleinNina Peckelsen (Kommissarin für Kommunikation der JEV und Teilnehmerin des Mediencamps der JEV / Convenor for Communication and participant of the YEN Media Camp)

Als Westfriesin aus den Niederlanden bin ich zu Hause mit drei Kulturen aufgewachsen: Friesisch, Niederländisch und Deutsch. Dadurch habe ich nicht nur mehr Sprachen gelernt, sondern auch verstanden, dass es mehr als nur eine Kultur gibt. Ich glaube, dass ich offener gegenüber der Welt und anderen Menschen bin, weil mir schon als Kind mitgegeben worden ist, dass jeder einen anderen Hintergrund hat.

Mein Lieblingswort im Friesischen ist “grutsk”. Ich gebrauche es selbst eigentlich nicht so oft, da ich im Alltag eher das niederländische Wort “trots” verwende. Es bedeutet “stolz” und ich mag es, weil gleichzeitig auch das Wort “groß” darin steckt. Ich stelle mir vor, dass der Mensch, der “grutsk” sagt, in diesem Moment größer wird.

As a West Frisian from the Netherlands I grew up with three cultures: Frisian, Dutch and German. Because of this I learned more than just multiple languages, but also that there´s more than just one culture. I believe this makes me more open towards the world and people in general, because I expierienced from a young age that everyone has a different background.

My favourite Frisian word is “grutsk”. I myself don´t use it that often, because I´m prone to say this in Dutch, which would be “trots”. It means “proud”, and I like it so much because it has the Frisian word for “big” in it. For me it feels as if the person that uses this word, grows a little every time.

EUROPEADA in South Tyrol 2016

JakubJakob Wowčer/Schäfer (participant of the YEN media camp / Teilnehmer des Mediencamps der JEV)

Einer Minderheit anzugehören bedeutet für mich etwas Besonderes zu sein, etwas Anderes zu sein. Ich kann etwas über mich erzählen.

Ich bin bei der EUROPEADA in Südtirol mit dabei, um zusammen mit den anderen Lausitzer Sorben unsere beiden Teams zu unterstützen und sie zum Sieg anzutreiben. Natürlich bin ich auch hier, um Freunde zu treffen, gemeinsam Spaß zu haben, neue Leute kennenzulernen. Und diese ganze Atmosphäre möchte ich gerne in die Lausitz mitnehmen.

I am here at EUROPEADA in South Tyrol together with other Lusatian Sorbs to support our two teams and to cheer them to victory. Of course, I am also here to meet my friends, to have some fun together and to meet new people. Thus, I would like to take the whole atmosphere with me to my home region Lusatia.

To be a part of a minority means to me being something extraordinary and different and that I can tell something about myself to the others.