Story of Diana

Story of Diana

The current situation of the Burgenland Croatian minority and its language is not really optimal, like in other minorities; the amount of active speakers gets less and less. The Austrian society does not really see the advantages and importance of an additional language; neither do a lot of members of the Burgenland Croats themselves.

Until kindergarten I did not speak German at all, and even later on during nursery and primary school my relatives and parents refused to speak German to me – so I did not unlearn my mother tongue, as most of my childhood friends did.
As a child and in my early teenage years, I was not feeling comfortable speaking my mother tongue in public. People were looking at us speaking Croatian and at that time it was kind of embarrassing for me, and I was not self-confident enough to really stand up for my identity, culture and language. Thank god, with time this changed. By becoming a member of our local Tamburica-group I started seeing my bilingualism as a big advantage and chance. With time I began to advocate more and more for my mother tongue and its preservation and I also started to be an active member of the HAK.

I am now proud of my identity and hope to make my contribution to change the current situation of my minority for the better.

 

Story of Viktoria

Story of Viktoria

Zdravo! My name is Viktoria and I am part of the Burgenland-Croatian minority in Austria. Ja govorim gradišćansko-hrvatski jezik i živim u Gerištofu i u Beču.

Both of my parents grew up in the same Burgenland-Croatian village where they also stayed after their marriage. During my childhood I hardly ever used German because at that time the majority of the inhabitants of my village spoke Croatian to me. My parents told me that I only started to speak German in bilingual primary school where we all together learned German from the beginning. After bilingual primary school I went to secondary school where I only had Burgenland-Croatian three times a week. I was really lucky that during my school-time I could speak and learn Croatian because I was the last generation to really receive bilingual education in primary school. Other Burgenland-Croats who live in Vienna or other parts of Austria cannot receive education in their mother tongue. Hence, the standard of the Burgenland-Croatian language is getting lower and lower.

Living in Vienna now, I try to meet with my friends from Burgenland to speak my mother tongue and I am not embarrassed of speaking my mother tongue in public. On the contrary, I am very proud of my language and want to present it to the world. Unfortunately many people do not see the advantage of speaking an additional language and being part of this minority. They simply do not want to teach their children how to speak Burgenland-Croatian or they do not want to speak their mother tongue in public. I would really like to change this situation and tell every single member of the minority to keep their mother tongue and present it to the rest of the world. Sadly I haven’t found a recipe yet and I do not really know how to best promote our minority language. But I can just say: “You do not have any disadvantage if you speak any other language in public and at home. Every language is valuable and should be kept by its speakers.” Gizdava sam, da govorim gradišćansko-hrvatski jezik.

Lip pozdrav, Viktoria

 

Story of Dasha

Story of Dasha

Wsem priwet!

Ich heiße Dascha Schmidt. Ich komme aus Russland, aus einer nicht so großen Stadt an der Wolga, die Balakowo heißt. Ich vertrete die Jugendorganisation “Jugendring der Russlanddeutschen” (JdR). Und ich bin Russlanddeutsche.
Früher dachte ich überhaupt nicht daran. Ich hatte einfach einen deutschen Familiennamen. Na und? Man sagte mir: “Du bist Deutsche”. Bin ich? Wirklich?

Ja, bis 14 konnte ich nicht genau sagen, warum ich eine Russlanddeutsche bin, da ich überhaupt nichts davon wusste.
Einmal hat meine Deutschlehrerin mir vorgeschlagen, an einem Wettbewerb teilzunehmen. “Kennen Sie Ihre Muttersprache Deutsch und Kultur?”, so hieß der Wettbewerb. Dann kam der nächste: “Die Geschichte meiner Familie in der Geschichte meines Volkes”. So habe ich angefangen, meine eigene Geschichte von Anfang an kennenzulernen.
Es lebte im 18. Jahrhundert eine Dame, die ehemalige preußische Prinzessin war, und im Jahre 1762 russische Kaiserin wurde. Ihr Name war Katharina II.

Am Ende des Jahres 1762 und dann in der Mitte des nächsten Jahres hat Katharina II zwei Manifeste herausgegeben. Das zweite war aber viel erfolgreicher. Laut diesem Manifest wurden nach Russland mehrere Ausländer aus Europa eingeladen, um breite russische Territorien zu besiedeln und gut die Wirtschaft zu führen. Man versprach den Übersiedlern viele Privilegien: Sie bekamen ein Stück Erde, eine Kuh, sie sollten nicht in der Armee dienen, sie wurden auch für einige Zeit von den Steuern befreit und vieles mehr. Damals sind viele Europäer nach Russland gekommen. Die meisten von ihnen waren Deutsche.
So begann die Geschichte der Russlanddeutschen. Und sie war nicht wolkenlos. Es gab mehrere komplizierte Perioden im Leben dieses Volkes. Eine davon ist die Verordnung Stalins vom 28. August 1941, in der die Russlanddeutschen als Feinde der Sowjetunion und als Spione bezeichnet wurden. Sie sollten auch nach Sibirien und Kasachstan umgesiedelt werden, wo sie in sogenannten speziellen Siedlungen wohnten, die sie nicht verlassen durften, und in Arbeitslagern sehr schwer arbeiteten mussten.
Es war wirklich eine schwierige Zeit.

Als meine Oma Anfang der 50-er des voriges Jahrhunderts ihren Verwandten erzählte, dass ein junger Mann mit einem deutschen Familiennamen sie heiraten möchte, sagte ihr Onkel: “Sie haben deinen Vater getötet und du willst ihn heiraten?!” Mit “sie” hat er die Deutschen gemeint. Der Vater meiner Oma war ein sowjetischer Soldat und wurde im ersten Monat nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als vermisst gemeldet. Und natürlich hatten mein Opa und seine Verwanden nichts zu tun damit, da sie Russlanddeutsche waren und ihre Vorfahren schon mehrere Jahrzehnte lang in Russland wohnten. Bis heute glauben einige Menschen, dass Russlanddeutsche oder Deutsche Äquivalente für das Wort “Faschist” sind. Das ist aber falsch. Und zeigt nur das, dass man die Geschichte des eigenen Staates nicht kennt oder nicht kennen will.
Mein Opa und meine Oma heirateten. Sie sollte aber das ganze Leben ihren Familiennamen tragen (meine Oma war Russin), da der Opa Angst vor Repressionen hatte. Gott sei dank mussten sie nicht unter Repressionen leiden.

Unkenntnis der Geschichte kann man bis heute treffen.
Diese Geschichte ist ungefähr vor einem Jahr mit meinem Vater und seinem Bruder passiert (darüber kann ich nicht ohne Tränen erzählen).
Sie suchten Arbeit. Und sie haben schon eine passende Variante gefunden, man hat aber ihnen abgesagt. Als sie einen Bekannten fragten, warum es sein könnte, hat er ihnen erzählt, was von einem Mann gesagt wurde, der diese Entscheidung getroffen hatte. Seine Worte waren: “Das ist für Stalingrad!” Das heißt, der deutsche Familienname war ein Grund für ihn, meinen Vater und meinen Onkel Faschisten zu nennen.

Ich bin jetzt schon lange kein 14-jähriges Mädchen mehr)) Ich bin schon fast 4 Jahre lang verheiratet. Und ich habe meinen deutschen Namen behalten. Ich bin stolz, dass ich solche Vorfahren habe. Und mein Mann, der Russe ist, hat nichts dagegen)) Für ihn ist es wichtig, dass ich mich so identifiziere – ich bin eine Russlanddeutsche))

YEN-Daria2

Die Kultur, die Geschichte, Traditionen und Sprache der Russlanddeutschen in unserem Land werden jetzt sehr stark geschützt. Die Hauptorganisation, die das macht, ist der Internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK) mit Unterstützung des Bundesministeriums des Inneren. Vor 25 Jahren hat der IVDK Begegnungszentren für Russlanddeutsche in mehreren Regionen Russlands gegründet. Dabei wurden Sprachkurse für Russlanddeutsche organisiert. Für die, die Russland verlassen wollten, und für die, welche die Sprache ihrer Vorfahren nicht vergessen wollten. Heutzutage werden auch Sprachkurse für Kinder organisiert. Die ethnografischen Zirkel helfen uns, die Traditionen unseres Volkes nicht zu vergessen und diese weiter zu geben. Wir singen Lieder auf Deutsch, bereiten uns zu traditionellen Festen vor, kochen oder backen was Traditionelles. Dabei helfen uns unsere Senioren – Omas und Opas.
Eine weitere Organisation ist der JdR – Jugendring der Russlanddeutschen. Das ist die Organisation, die sich für jugendliche Russlanddeutsche einsetzt. Der JdR organisiert verschiedene Projekte und Veranstaltungen, wo junge Russlanddeutsche sich richtig identifizieren können als Teil von diesem Volk. Es werden Projektschmieden durchgeführt, wo man Partner im Ausland sucht und findet für die Realisierung gemeinsamer Projekte – internationalen Jugendaustausche, Sprachcamps, Netzwerk-Aktionen, Seminare, Foren und viele andere interessante Sachen, wo Russlanddeutsche sich realisieren können, und dabei die Geschichte, Kultur, Traditionen und Sprache ihres Volkes, ihrer Vorfahren nicht vergessen.

Ich bin ein Teilchen dieser Organisation seit September 2014)) Ich bin Mitglied unserer Balakower Organisation mit dem schönen Namen “Phönix-das XXI Jahrhundert”. Und “Phönix” ist Mitglied des JdR. In Russland sind mehr als 50 Jugendorganisationen der Russlanddeutschen in mehr als 35 Regionen des Landes Mitglieder des JdR. Durch den JdR habe ich noch mehr über die Russlanddeutschen gelernt. Wir sind etwa 500.000 in Russland. Offiziell. Inoffiziell vermutlich mehr als 1 Mio. Wir wohnen in mehreren Regionen unseres großen Landes. Wir sind ein Teil der Geschichte Russlands.

Man darf aber nicht vergessen, dass es sehr viele Völker und Minderheiten in der Welt gibt. Und im August 2016 wird in Moskau eine große Veranstaltung durchgeführt, wo mehr als 100 junge Vertreter von europäischen Minderheiten und Minderheiten der GUS teilnehmen werden. Organisatoren dieses Festivals sind der JdR und die Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV). Wir sehen uns also im August!

Bis bald!