Deportation der Krimtataren am 18. Mai 1944 war Völkermord!

Russland muss Versprechen einlösen: Verfolgung der Krimtataren endlich einstellen! Bundesregierung und EU mĂŒssen klar Stellung beziehen: Keine WillkĂŒr und Gewalt gegen Krimtataren heute zulassen!

Am 18. Mai 1944 wurden die Krimtataren kollektiv deportiert. 15 Minuten hatten sie Zeit, um sich anzuziehen, persönliche GegenstĂ€nde einzupacken. Von 238.500 deportierten Krimtataren waren 205.900 Kinder und Frauen. Schon wĂ€hrend der Deportation kamen etwa 8.000 von ihnen um. Im ersten Jahr in der Verbannung starben 46,2 Prozent der Verschleppten. Die Mehrheit der Krimtataren wurde in Usbekistan, Kasachstan und der Wolga-Ural-Region in von der Armee kontrollierten „Spezialsiedlungen“ untergebracht, die sie nicht verlassen durften. Sie hatten keine PĂ€sse und mussten Zwangsarbeit leisten. Alles Krimtatarische auf der Krim wurde vernichtet: Friedhöfe, Moscheen, HĂ€user und Höfe, Theater umgenutzt, umbenannt oder verbrannt und selbst die Flurnamen wurden durch russische Bezeichnungen ersetzt. Seit 1957 galt die anti-krimtatarische Politik in der ganzen ehemaligen Sowjetunion: Publikationen auf Krimtatarisch wurden verboten, Informationen ĂŒber Krimtataren aus EnzyklopĂ€dien gestrichen. Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion hat sich niemals bei den Krimtataren fĂŒr diese Verbrechen, die die Ukraine am 12. November 2015 als Genozid anerkannte, entschuldigt.

In seiner Rede vor der Duma am 18. MĂ€rz 2014 hatte der russische PrĂ€sident Wladimir Putin den Krimtataren Sicherheiten und Freiheiten sowie die Einhaltung ihrer Rechte versprochen. Doch sofort nach der Annexion wurden die Angehörigen dieses indigenen Volkes der Krim wieder Opfer von WillkĂŒr und Gewalt der SicherheitskrĂ€fte, Justiz und Behörden. Morde, Verschwinden lassen, unrechtmĂ€ĂŸige Inhaftierungen, Geiselnahmen, Folter, Hausdurchsuchungen, Zerschlagung der krimtatarischen Medien, Verbot des Medschlis – der demokratischen SelbstreprĂ€sentation der Krimtataren -, Verletzungen der Versammlungs-, Religions- und Meinungsfreiheit sowie die Isolation der Halbinsel fĂŒhren zu bleierner Angst unter den Krimtataren. Doch sie haben nur versucht, ihre Rechte wahrzunehmen, die ihnen selbst nach russischer Gesetzgebung zustehen.

Daher fordern die Jugend EuropĂ€ischer Volksgruppen (JEV), die Gesellschaft fĂŒr bedrohte Völker (GfbV), die Föderalistische Union europĂ€ischer Volksgruppen (FUEN), Pravo, Berlin Group for Human Rights in Ukraine, das estnische Institut fĂŒr Menschenrechte, das Institut fĂŒr Caucasica-, Tatarica- and Turkestan Studien, die Kharkiv Human Rights Protection Group (KHRPG) und Oliver Loode vom Permanenten Forum fĂŒr indigene Belange der Vereinten Nationen:

  • Eine offizielle Entschuldigung der russischen Regierung fĂŒr die kollektive Deportation der Krimtataren 1944
  • Freiheit fĂŒr die politischen Gefangenen und Geiseln, die auf der Krim und in Russland widerrechtlich fest- gehalten werden
  • Aufhebung des Verbots des Medschlis und der Einreiseverbote fĂŒr krimtatarische Politiker und Aktivisten
  • Wiederherstellung der Presse- und Versammlungsfreiheit auf der Krim
  • Ende der Hausdurchsuchungen und erkennungsdienstlichen Behandlung von Krimtataren
  • Ende der Anwendung des russischen „Extremismusparagraphen“ gegen glĂ€ubige Krimtataren
  • Freien Zugang fĂŒr internationale Organisationen, Journalisten und Menschenrechtler
  • Anerkennung der Krimtataren als indigenes Volk der Krim
  • Die Bundesregierung und EU-Institutionen mĂŒssen sich aus historischer Verantwortung heraus fĂŒr die jetzt Deportierten und GeflĂŒchteten einsetzen.

Aktuelle Kampagne

Die GfbV hat eine Kampagne fĂŒr die Rechte der Krimtataren gestartet. Erfahrt hier mehr darĂŒber: Krimtataren brauchen unsere UnterstĂŒtzung!